Was ist Naturkosmetik wirklich?

Pflanzenbasierte Gesichtspflege von Pharmos Natur mit Calming und Regenerating Elixir
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Serie: Naturkosmetik verstehen · Teil 1 von 4

„Ich benutze doch schon Naturkosmetik. Warum ist meine Haut trotzdem so unruhig?“

Diese Frage hören wir in der Beratung nicht selten. Manchmal steht dann eine ganze Reihe von Produkten auf dem Tisch: ein Gesichtsöl, ein duftendes Serum, eine reichhaltige Creme, vielleicht noch ein Peeling. Alles mit Pflanzen, alles mit guten Absichten gekauft. Und doch spannt die Haut, wird rot oder fühlt sich einfach nicht richtig wohl an.

Das heißt nicht, dass Naturkosmetik schlecht ist. Aber es zeigt etwas Wichtiges: Natürlich klingt erst einmal eindeutig. In der Kosmetik ist es das nicht immer.

Naturkosmetik ist kein gesetzlich geschützter Begriff. Deshalb lohnt es sich, genauer hinzusehen. Nicht, um jedes Produkt bis ins Letzte zu zerlegen. Sondern damit Sie besser einschätzen können, was zu Ihrer Haut passt und was eher ein schönes Versprechen auf der Verpackung bleibt.

Warum der Begriff „Naturkosmetik“ nicht geschützt ist

Für Kosmetik gibt es in der Europäischen Union klare Regeln. Die EU-Kosmetikverordnung regelt unter anderem Sicherheit, Kennzeichnung und Inhaltsstoffe. Sie legt aber nicht fest, wann sich ein Produkt Naturkosmetik nennen darf.

Das ist der Punkt, den viele Kundinnen und Kunden nicht wissen. Begriffe wie „natürlich“, „rein“, „pflanzlich“ oder „naturnah“ dürfen verwendet werden, ohne dass dahinter überall dieselben Kriterien stehen müssen. Auch ein Produkt mit nur einem Pflanzenextrakt kann nach außen sehr natürlich wirken, obwohl die restliche Rezeptur konventionell aufgebaut ist.

Deshalb schauen wir nicht nur auf die Vorderseite einer Verpackung.

  • Ein Blattmotiv oder eine grüne Verpackung ist noch kein Qualitätsnachweis.
  • Ein einzelner Pflanzenstoff macht keine ganze Rezeptur natürlich.
  • Ein Siegel kann eine gute Orientierung sein.
  • Die INCI-Liste zeigt, was tatsächlich enthalten ist.
  • Und am Ende zählt trotzdem, wie Ihre Haut mit dem Produkt zurechtkommt.

Die INCI-Liste ist dabei hilfreich. Inhaltsstoffe mit einem höheren Anteil stehen in der Regel weiter vorne. Wenn Aloe Vera, ein Pflanzenöl oder ein bestimmter Pflanzenextrakt für Sie wichtig ist, können Sie dort sehen, ob er wirklich eine Rolle spielt oder eher nur am Rand vorkommt.

Aber auch die beste INCI-Liste erzählt nicht die ganze Geschichte. Sie sagt nicht, wie hochwertig ein Öl ist, wie ein Extrakt gewonnen wurde oder wie sich die Bestandteile einer Creme zusammen auf der Haut verhalten.

Bei einer Creme kommt es eben nicht nur auf den einen guten Wirkstoff an. Wasser, Öle, Fette und Emulgatoren bilden gemeinsam die Pflegebasis. Diese Basis entscheidet oft mit darüber, ob sich eine Creme angenehm anfühlt, ob sie schützt oder ob sie bei einer ohnehin gestressten Haut vielleicht zu reichhaltig ist.

Genau das ist ein Gedanke, den wir aus den Rosel-Heim-Fachartikeln wichtig finden: Inhaltsstoffe sollte man nicht einzeln bewerten, als wären sie eine Liste mit guten und schlechten Zutaten. Entscheidend ist auch, wie sie in einer Rezeptur zusammenspielen.

Die wichtigsten Naturkosmetik-Zertifikate im Vergleich

Wenn „Naturkosmetik“ auf der Verpackung allein nicht reicht, helfen Zertifikate bei der Orientierung. Sie geben vor, welche Rohstoffe und Herstellungsweisen zulässig sind und welche Stoffgruppen ausgeschlossen oder eingeschränkt werden.

Drei Namen begegnen Ihnen besonders oft: COSMOS, NATRUE und BDIH.

COSMOS-standard

Der COSMOS-standard ist ein europaweit genutzter Standard für Natur- und Biokosmetik. Er unterscheidet zwischen COSMOS NATURAL und COSMOS ORGANIC.

  • COSMOS NATURAL bedeutet, dass das Produkt die Vorgaben für natürliche Kosmetik erfüllt.
  • COSMOS ORGANIC enthält zusätzlich Anforderungen an Rohstoffe aus biologischem Anbau.

Das ist hilfreich, weil „bio“ bei Kosmetik nicht automatisch genau dasselbe bedeutet wie bei Lebensmitteln. Wasser und mineralische Bestandteile können zum Beispiel nicht bio-zertifiziert sein. Deshalb lohnt es sich, nicht nur auf eine Prozentzahl zu schauen, sondern auf die Kennzeichnung im Ganzen.

NATRUE

NATRUE ist ein internationaler Standard für Natur- und Biokosmetik. Dort wird zwischen natürlichen Rohstoffen, naturnahen Rohstoffen und bestimmten naturidentischen Rohstoffen unterschieden.

Das klingt erst einmal technisch. In der Praxis bedeutet es: Naturkosmetik muss nicht aus unverarbeiteten Pflanzen bestehen. Eine Creme muss stabil bleiben, sich gut auftragen lassen und hygienisch sicher sein. Für manche Aufgaben braucht es daher Rohstoffe, die weiterverarbeitet wurden. NATRUE setzt dafür Grenzen und Vorgaben.

BDIH

BDIH war einer der ersten bekannten deutschen Naturkosmetikstandards. Viele kennen noch das Zeichen „Kontrollierte Naturkosmetik“. Der Ansatz ist inzwischen in den COSMOS-standard eingebunden. Deshalb sehen Sie auf neuen Produkten heute häufiger COSMOS NATURAL oder COSMOS ORGANIC.

Je nach Standard sind unter anderem diese Stoffgruppen nicht vorgesehen oder stark eingeschränkt:

  • Mineralöle und andere Rohstoffe aus der Erdölchemie
  • Silikone
  • synthetische Duftstoffe und Farbstoffe
  • viele synthetische Konservierungsstoffe
  • gentechnisch veränderte Rohstoffe
  • radioaktive Bestrahlung von Rohstoffen

Ein Siegel ist eine gute Orientierung. Mehr aber auch nicht.

Es sagt etwas über die Rezeptur aus, nicht darüber, ob ein Produkt bei Ihrer Haut automatisch passt. Eine zertifizierte Creme kann bei sehr empfindlicher Haut trotzdem zu viel Duft enthalten. Ein Pflanzenöl kann bei trockener Haut wunderbar sein und bei einer anderen Haut im Moment nicht das Richtige.

Was Naturkosmetik für Ihre Haut bedeuten kann

Wir merken in der Beratung oft: Die Suche nach Naturkosmetik beginnt meist mit dem Wunsch, der Haut etwas Gutes zu tun. Weniger Unklares, weniger Synthetisches, mehr Pflanzenkraft. Das ist nachvollziehbar.

Aus naturheilkundlicher Sicht soll Pflege die Haut aber nicht ständig beschäftigen. Die Haut hat ihren eigenen Schutzfilm, ihre eigene Fettproduktion und ein eigenes Mikrobiom. Sie braucht nicht jeden Monat eine völlig neue Routine.

Ein paar Punkte sind dabei wichtig:

  • Pflanzliche Öle: Sie bringen unterschiedliche Fettsäuren mit und können sich je nach Hautzustand sehr angenehm anfühlen. Aber auch ein gutes Öl passt nicht automatisch zu jeder Haut.
  • Duftstoffe: In Naturkosmetik kommen oft ätherische Öle zum Einsatz. Viele mögen den Duft. Bei Haut, die gerötet ist, brennt oder schnell reagiert, können sie aber auch zu viel sein.
  • Konservierung: Wasserhaltige Pflege braucht Schutz vor Keimen. Naturkosmetik ist nicht automatisch konservierungsfrei. Sie arbeitet oft mit anderen Konservierungssystemen, die zur jeweiligen Rezeptur passen müssen.
  • Weniger kann mehr sein: Wenn die Haut gerade empfindlich reagiert, ist es oft sinnvoller, die Routine zu vereinfachen, statt noch ein weiteres Produkt dazuzunehmen.

Natürlich heißt also nicht automatisch reizarm. Das ist uns wichtig, ehrlich zu sagen.

Gerade bei Haut, die spannt, schnell rot wird oder nach vielen neuen Produkten unruhig aussieht, empfehlen wir nicht einfach mehr Naturkosmetik. Wir schauen zuerst: Was wird gerade verwendet? Was davon ist möglicherweise zu viel? Fehlt der Haut eher Feuchtigkeit, Lipidpflege oder vor allem Ruhe?

Pharmos Natur: Pflanzenkraft mit einer klaren Pflegebasis

Pharmos Natur ist eine Marke, mit der wir im Studio schon lange arbeiten. Sie passt gut zu diesem Thema, weil Naturkosmetik hier nicht nur über einzelne Pflanzen auf der Verpackung erzählt wird.

In vielen Produkten von Pharmos Natur ist Aloe Vera BioUrsaft ein wesentlicher Teil der Pflegebasis. Dazu kommen je nach Produkt Pflanzenöle, Pflanzenextrakte und weitere pflegende Bestandteile. Die Pflanzen dafür wachsen in ökologischer Mischkultur, ohne chemischen Dünger und ohne Pestizide.

Frisches Aloe Vera Gel aus dem Blatt als pflanzliche Grundlage für Naturkosmetik
Bei Pharmos Natur ersetzt Aloe Vera BioUrsaft das Wasser als Basis der Pflege.

Für uns ist das ein nachvollziehbarer Ansatz: Es geht nicht nur darum, dass ein Wirkstoff gut klingt. Es geht darum, wie die ganze Formulierung aufgebaut ist und wie sie sich auf der Haut anfühlt.

Wir erleben in der Beratung immer wieder, dass Kundinnen und Kunden bei trockener, müder oder spannender Haut eine pflanzenbasierte Pflege suchen, die sich nicht nur gut anhört, sondern die Haut auch angenehm begleitet. Pharmos Natur kann hier eine gute Möglichkeit sein.

Aber auch hier gilt: Die Marke ersetzt keine Hautanalyse. Eine reichhaltige Pflege ist nicht für jede Haut und nicht in jeder Phase passend. Wenn die Haut akut gerötet, sehr empfindlich oder bereits überpflegt ist, schauen wir genauer hin und wählen nicht allein nach dem Etikett „Naturkosmetik“ aus.

Ausgewählte pflanzenbasierte Hautpflege und Öle von Pharmos Natur

Rosel Heim: nicht nur auf den Wirkstoff schauen

Bei Rosel Heim ist der Blick ein anderer. Hier geht es stark darum, die Haut in ihrer eigenen Regulation zu unterstützen und die Pflegebasis passend zum Hautzustand zu wählen.

In der Beratung merken wir oft, dass Kundinnen nach einem bestimmten Wirkstoff fragen. Nach Vitamin C, Hyaluron, Retinol oder einem besonders reichhaltigen Öl. Das kann sinnvoll sein. Manchmal ist die wichtigere Frage aber erst einmal: Wie ist die Haut gerade überhaupt versorgt?

Ist sie trocken, weil ihr Lipide fehlen? Spannt sie, weil die Reinigung zu stark ist? Reagiert sie, weil zu viele verschiedene Produkte übereinander verwendet werden?

Rosel Heim lenkt den Blick darauf, dass Wasser, Lipide, Emulgatoren und Wirkstoffe zusammenpassen müssen. Das klingt weniger spektakulär als ein neues Trendserum. Für eine Haut, die schnell aus dem Gleichgewicht kommt, kann genau dieser ruhigere Blick aber viel sinnvoller sein.

Rosel-Heim-Produkte geben wir deshalb ausschließlich nach einer persönlichen Beratung ab. Das ist eine Vorgabe der Marke und entspricht auch unserer Erfahrung. Eine Creme ist nicht einfach nur eine Creme. Sie sollte zum Hautzustand passen, nicht nur zu einer schönen Inhaltsstoffliste.

So gehen Sie bei einer Umstellung vor

Wenn Sie Ihre Pflege bewusster auswählen oder auf Naturkosmetik umstellen möchten, müssen Sie nicht Ihren ganzen Badezimmerschrank an einem Wochenende austauschen.

Gehen Sie lieber Schritt für Schritt vor:

  1. Schauen Sie zuerst auf Ihre aktuelle Routine. Welche Produkte verwenden Sie täglich wirklich?
  2. Beginnen Sie mit einem Bereich, zum Beispiel Reinigung oder Tagespflege.
  3. Lassen Sie ein neues Produkt erst einmal eine Weile für sich arbeiten, bevor Sie das nächste ergänzen.
  4. Beobachten Sie Ihre Haut. Spannungsgefühl, Rötungen, Trockenheit oder Unreinheiten können Hinweise sein, dass eine Pflege gerade nicht passt.
  5. Holen Sie sich Unterstützung, wenn Sie unsicher sind. Das spart oft Fehlkäufe und vermeidet, dass sich immer mehr angefangene Tiegel im Bad sammeln.

Im nächsten Teil dieser Serie geht es am 19.11.2026 um die richtige Reinigung der Haut. Gerade dort wird viel zu kräftig, zu häufig oder mit Produkten gereinigt, die nicht zum Hautzustand passen.

Wenn Sie wissen möchten, welche Pflege zu Ihrer Haut und Ihrer aktuellen Situation passt, nehmen wir uns gerne Zeit für ein persönliches Gespräch. Telefonisch oder vor Ort in der Schillerstraße 9, 73262 Reichenbach an der Fils.

Quellen und weiterführende Informationen

Verbraucherzentrale: Was ist Naturkosmetik? → https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/umwelt-haushalt/produkte/was-ist-naturkosmetik-26394

COSMOS-standard → https://www.cosmos-standard.org/de/

NATRUE Label-Kriterien → https://www.natrue.org/uploads/2021/10/DE-NATRUE-Label_criteria_v3.9_January-2021.pdf

EU-Kosmetikverordnung 1223/2009 → https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:32009R1223

Häufige Fragen zur Naturkosmetik

Ist Naturkosmetik ein geschützter Begriff?

Nein. Die EU-Kosmetikverordnung regelt Sicherheit und Kennzeichnung von Kosmetik, definiert aber nicht, was Naturkosmetik ist. Orientierung geben unabhängige Standards wie COSMOS und NATRUE.

Welche Naturkosmetik-Zertifikate sind verlässlich?

COSMOS-standard und NATRUE sind wichtige unabhängige Standards für Natur- und Biokosmetik in Europa. Sie enthalten Vorgaben für Rohstoffe, Verarbeitung und ausgeschlossene Stoffgruppen. BDIH war ein früher deutscher Standard und ist heute in den COSMOS-standard eingebunden.

Ist Naturkosmetik besser verträglich?

Nicht grundsätzlich. Auch ätherische Öle und Pflanzenextrakte können bei empfindlicher oder allergiegefährdeter Haut Reaktionen auslösen. Entscheidend ist, ob die gesamte Rezeptur zu Ihrem Hautzustand passt.

Sind Konservierungsstoffe in Naturkosmetik erlaubt?

Ja. Wasserhaltige Pflegeprodukte brauchen einen zuverlässigen Schutz vor Keimen. Naturkosmetik verwendet dafür bestimmte, innerhalb der jeweiligen Standards erlaubte Konservierungssysteme. Entscheidend sind Produktsicherheit und gute Verträglichkeit.

Wie stelle ich meine Pflege auf Naturkosmetik um?

Stellen Sie nicht alles gleichzeitig um. Beginnen Sie mit einem Produktbereich, zum Beispiel der Reinigung oder der Tagespflege. Beobachten Sie Ihre Haut und ergänzen Sie weitere Produkte erst nach und nach.

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